Dienstag, 9. März 2010

13.02. - 26.02.2010 Safari und "Ferien von den Ferien" am Strand von Tansania

Bald kommen Caro's Eltern am internationalen Flughafen von Arusha an. Mit ihnen werden wir die nächsten zwei Wochen verbringen. Wir wollen sie überraschen und vereinbaren mit "Ranger Safari" - unserem Safari-Touroperator - dass wir zusammen mit dem Mitarbeiter der Beatrice und Armin abholen soll, zum Flughafen fahren.

 

Okay, so "international" war dieser Flughafen nun wirklich nicht. Ein Restaurant ausserhalb des "Zollbereichs". Das wars dann auch schon. Zum Glück landet der Flieger aus Nairobi schon bald, denken wir uns. "Bald" wird "später", "später" wird "viel später"... Um 00.30 Uhr ist es dann soweit. Endlich;)... Wir freuen uns Beatrice und Armin nach 5 Monaten wieder zu sehen.

 

Tags darauf parken wir unseren Bus auf dem Gelände von "Ranger Safari" und setzen uns in einen langen, sehr langen Landcruiser. Die nächsten 5 Tage wird uns unser Guide Liymo durch die Nationalparks "Lake Manyara", "Serentegi" und "Ngorongoro" führen. Alle sind gespannt und die Vorfreude auf die zu erwartenden Tiersichtungen riesig. Übernachten werden wir in den nächsten Tagen jeweils in Lodges. Ein bisschen ein komisches Gefühl, tauschen wir doch unser 6-Quadratmeter-Zuhause gegen grosse Zimmer mit allem erdenklichen Komfort, werden bekocht etc. Mal was ganz anderes;)...

 

Unsere Erwartungen werden vollends erfüllt. Wir sehen die "Big5" massenweise, erleben die Migration der Gnuherden, sehen unter anderem einen Leoparden welcher seine Beute auf einen Baum geschleppt hat um sie dort für ein paar Stunden, Tage, abzuhängen. Sichten sieben Löwenweibchen die - um den Tsetse-Fliegen zu entkommen (die Dinger sind aber auch wirklich unangenehme Zeitgenossen) - träge auf einem Baum dösen und queren eine Elefantenherde mit mindestens 150 Tieren. 

 

Eine rundum super Sache, netter, kompetenter Guide, gutes Essen, feiner Wein. Nochmals vielen Dank Beatrice und Armin!

In Arusha zurück verabschieden wir uns von Caro's Eltern. Sie nehmen den Flieger an die Küste wir holen unseren Elk ab, lassen die Kühlbox reparieren (die Steuereinheit ist mit 170USD wohl das teuereste Teil unsere Kissmannboxe!), übernehmen Liymo's Tierbuch (können wir in den nächsten Ländern sicher noch ein paarmal gebrauchen) und machen uns auch auf den Weg Richtung "Peponi Resort" - www.peponiresort.com.

Irgendwie nahm es uns unser Büssli wohl ein wenig krumm, dass wir ihn nicht auf die Safari mitgenommen haben. Nacheinander fallen Digitaluhr, Scheibenwischer (ja es regnet;)), Blinker und Licht aus. Unter denselben Symptomen lit der Elk kurz vor unserer Abreise ja schon einmal. Der Gedanke an einen kaputten Alternator und die daraus entstehenden Kosten trugen nicht zu allgemeiner Heiterkeit im Fahrerhaus bei;)...

Nun ja, wir schaffen es auf einen Camping zwischen Arusha und Tanga und sind froh über das erst kürzlich erstandene Batterieladegerät. Am nächsten Morgen springt das Büssli wieder an, wir beobachten während der Fahrt die Spannung der Zweitbatterie rapide sinkt, überbrücken zweimal erreichen unser Ziel aber ohne weitere Probleme.

Caro's Eltern haben am Vorabend schon Martine und Armand kennen gelernt. Wir freuen uns die beiden hier wiederzusehen. Wir Männer machen uns auch gleich auf die Fehlersuche beim Büssli. Starterbattiere - ziemlich, nein... extrem trocken - ausbauen, mit destilliertem Wasser füllen und über Nacht aufladen. Genug Arbeit für einen Tag...

... am nächsten Tag wird die Batterie wieder eingebaut und ein bisschen "Strom gemessen". Der Alternator lädt wirklich nicht - Tansania wird uns wohl auch als "Autopannenland" in Erinnerung bleiben;). Armand findet dann aber die Ursache doch noch. Simpel und einfach, ein Kabel ist hält nicht mehr am Alternator. Hinhalten, wegschauen, Motor starten, messen...

 

... Alternator lädt die Batterie. Sehr gut! Mit Kleinteilen im Wert von einem viertel Dollar lässt sich die Sache richten. Uff...

Nun können wir die folgenden Tage am Strand so richtig geniessen. Wir essen im super Restaurant, kaufen Fisch und Meeresfrüchte um sie selbst zu zubereiten, trinken Ricard, Weiss-, Rosé- und Rotwein, gehen Schnorcheln, plaudern oder faulenzen einfach ein bisschen. Das Peponi Resort ist ein super Platz für "Ferien von den Ferien"!

Am 26.Februar verlassen uns Beatrice und Armin - zufrieden und sicher um einige bleibende Erinnerungen reicher - Richtung kalte Schweiz. Märci, isch toll gsi mit eu!

Freitag, 5. Februar 2010

17.01. - 07.02.2010 Kenia, Uganda, Ruanda Tanzania, Kenia oder einmal Lake Victoria rundum...


8-ung! "Lesefaule" seien gewarnt. Dies ist ein ziemlich langer Bericht. Ihr geht am besten gleich "rechts rüber" zu den Bildern;)...




Okay, wir stehen also hier in Moyale und haben 500km übelster Piste vor uns. Die Strecke Moyale - Marsabit - Isiola ist berühmt berüchtigt für seine materialmordenen Wellblech und Schotterpisten. Traveller welche aus dem Süden kamen erzählten uns von gebrochenen Rahmen, zerschlissenen Pneus und zerstörten Aufhängungen...



... Weiter hört man immer wieder von Überfällen welche durch Somali-Banditen verübt werden. Also, wir nehmen uns vor immer schön langsam zu fahren und vor Einbruch der Dunkelheit an einem sicheren Ort zu sein. Die 500km teilen wir in 4 etwa gleich grosse Stücke. So "holpern" wir also mit gemächlichen 15-20km/h unseren Teilzielen entgegen, übernachten einmal in einem Hinterhof eines "Hotels" - welcher den Hinterlassenschaften von Eseln, Schafen und Hühner an wohl mehrheitlich als deren Behausung genutzt wird - in Marsabit schlafen wir im Camp von Henry (einem Schweizer) und zwischen Marsabit und Isiolo nächtigen wir in einem weiteren Innenhof eines "Hotels". Der Fakt, dass ich diese Zeilen schreibe beweist...



... wir sind heil angekommen;)! Unser Elk hat die Sache auch ohne Probleme überstanden.



Nach genau 100 Tagen gemeinsamer Reise trennt sich in Isiolo unser Weg von Sabrina und Gianni. Sie werden Mitte Februar ihre Eltern in Kenia zu Besuch haben und Caro's Eltern besuchen uns zur selben Zeit in Tanzania.



"Liebe Sabrina, lieber Gianni. Wir haben die Zeit mit euch sehr genossen. Es waren viele - sicher einmalig bleibende - wunderschöne Momente dabei. Dinge die wir nicht missen möchten. Für eure weitere Reise wünschen wir euch alles Gute. Man fährt sich sicher mal wieder über den Weg... Alles Liebe Caro und Marcel"


Noch ein bisschen mehr als drei Wochen Zeit haben wir bis zum 14.Februar und unserem Rendez-Vous mit Beatrice und Armin in Arusha. Kurz in die Karte geschaut und abgewogen ob die Zeit reicht, entscheiden wir uns für die Fahrt rund um den Lake Viktoria - einundhalbmal so gross wie die Schweiz - (Kenia, Uganda, Ruanda, Tanzania und wieder Kenia).


Ein wenig komisch ist es schon die Farbkombination "rot-weiss" nicht mehr vor einem oder im Rückspiegel zu sehen. Wir geniessen aber die Fahrt um den Mount Kenia Richtung Nakuru. Dort wollen wir im Lake Nakuru National Park die vielen Flamingos bestaunen. Nun ja, die Eintritts- und Campinggebühren sprengen unser Budget bei weitem. Nachdem wir uns durch das Verkehrschaos von Nakuru - vorbei an leimschnüffelnden "give me this (Touchscreen) or that (GPS) Sagern - geschlängelt haben, finden in einem christlichen "Retreat" eine Unterkunft. Der Schulleiter der angegliederten Koranschule für Kreuzfetischisten freut sich riesig über die 50 SBB-Werbe-Bleistifte welche ich auf http://www.sbbshop.ch/ - ohne Rabatt;) - gekauft habe. Nachdem ich den Äthiopienbericht und die Fotos über das schulinterne Internet hochgeladen habe, gibt mein Notebook den Geist auf. "Fan Error" heisst es immer wenn ich das Teil starten will. Okay, am nächsten Tag kommt auch schon Mzungu - in suaheli "Weisser Mann" oder "Landstreicher" - der IT-Techniker. Der könne mir sicher helfen, sagt man mir... Kann er auch, er nimmt die Kiste auseinander, wäscht den Venti mit Brennsprit aus und baut die ganze Sache wieder zusammen. Funktioniert, hat fast nichts gekostet und erst noch ein paar kleine Schräubchen als zusätzliche Ersatzteile übrig;). By the way... der "Mzungu" schreibt sich Musungu und ist für einen Weissen ziemlich schwarz. Als ich ihn fragte wie er sich sein Computerwissen angeeignet hat erwidert er, dass wenn man auf dem Land lebt in der Lage sein muss, alles reparieren zu können...



Durch wunderschöne Teeplantagen führt uns unser Weg weiter nach Kisumu an den Lake Viktoria. Unter Palnen finden wir einen schönen Nachtplatz im Kisumu Beach Resort. Die Angestellten wollen uns zuerst nicht gleich am See campen lassen weil dort jeweils die Hippos grasen würden. Wir versichern ihnen, dass wir Hippos gewöhnt seinen - haben ja vor ein paar Jahren schon welche von seeeeehr weit weg im Etosha-Nationalpark in Namibia gesehen;) - und erhalten darum die Erlaubnis wirklich gleich am See zu nächtigen. Hippos sehen wir übrigens in keiner der beiden Nächte die wir hier bleiben. Schade...



Dieses echt nette Plätzchen mit super Küche, einem eigenen CD-Verkäufer mit erstaunlichem Sortiment lokalen Musikschaffens und eben KEINEN Hippos, verlassen wir nur ungern Richtung Uganda...



Grenzübertritte werden wirklich immer einfacher. 30 Minuten für Aus - und Einreiseformalitäten zwischen Kenia und Uganda. Rekord;)! Auf der Fahrt Richtung Jinja - auf wunderbaren Teerstrassen - kaufen wir Früchte ein. Was für welche stellen wir erst später fest. Jinja - am Austritt des weissen Nils aus dem Lake Victoria - ist ein Raftingparadis. Wir geniessen im NileRiverExplorer-Backpackers die Annehmlichkeiten von super sanitären Einrichtungen und wunderbarem Essen. Am 26.01. wollen wir uns die Visa für Ruanda beschaffen. Wir wissen nicht, dass heute der "Liberation Day" ist und darum niemand in Uganda arbeitet. Über die offizielle ruandische Regierungshomepage kann man aber einfach und bequem die Genehmigung für ein Visum einholen. Man braucht nur noch einen Drucker um die Bestätigung auszudrucken welche man dann beim Immigration-Officer an der Grenze abgibt.



Im "Mpanga Central Forest Reserve" gehen wir auf einen "Dschungelspaziergang" , schneiden die gekauften Früchte auf - eine Riesenpapaya und eine Jackfruit welche unreif war (mit der asiatischen Duriam - Stinkfrucht verwandt;) von den Angestellten des Forest Reserve kriegen wir eine reife Jackfruit und gleich noch die "how-to-eat"-Instruktion (extrem klebrig aber lecker) - und geniessen eine angenehm ruhige Nacht.



Bei Mbarara kommen wir in die Gegend der "extrem-Riesenhörner-Kühen" - den Ankole-Rindern. Wahnsinnig welche "Geweihe" die mit sich rumtragen. Daneben sieht jeder Elch wie ein kleines Rehkitz aus! Über Kabale (hier kaufen wir - also Caro;) - Stoff, wir erhalten eine CD mit genialer ugandischer Musik gebrannt und werden in der Wartezeit mit Süsskartoffeln und heisser Milch verköstigt) geht unsere Reise weiter an den Lake Bunyonyi. Eine wunderschöne Gegend. Echt empfehlenswert! Das bilharziosefreie - sagt man uns ;) - Wasser lädt zu einem Schwumm ein. Noch spektakulärer ist dann die Weiterfahrt auf einer super "Dirtroad" dem See entlang. Es tun einem immer wieder spektakuläre Aussichten auf den Lake Bunyonyi auf. Traumhaft...



In Kisoro - einem kleinen Nest kurz vor der ruandischen Grenze finden wir dann endlich eine Möglichkeit unsere Visumgenehmigung - welche wir einen Tag nach Antragstellung bereits per Mail erhalten haben - auszudrucken. Wir haben uns eigentlich schon damit abgefunden dem Zöllner unsere Notebook mit den pdf's unter die Nase zu halten (dies hätte übrigens auch gereicht, meinte dieser;)).



Ruanda empfängt uns mit Strassen die die von Uganda noch übertreffen (Entwicklungshilfegelder sei Dank) und mit Preisen die die schweizerischen übertreffen (Enwicklungshilfe-Mitarbeiter sei Dank;)). In Gisenyi übernachten wirr am Lake Kivu auf dem PP der TamTam-Bikini-Bar (in den 20USD - "that's normal in Rwanda" sagt der Manager - waren übrigens keine Bikini-Schönheiten-Sichtungen inbegriffen...



Die Umgebung des Lake Kivu's - welche schweizer Radler (gäll Pascal) nur schon bei Gedanken daran zu Tränen rührt - ist wirklich schön. Die "Dirtroad zwischen Gisenyi und Kibuye - sie geht über 1000 Hügel und zaubert uns aber kein einziges Lächeln auf die Lippen (ganz und gar nicht wie der ruandische Tourismus-Slogan "The country of the thousend hills and the million Smiles". War echt schlimmer als Moyale-Marsabit. Kibuye lohnt sich aber wirklich. Malerisch am See gelegen ist auch unsere Unterkunft das "Hotel Centre Betanie".



Die Holperpiste hat ganze Arbeit geleistet. Ich habe extreme Rückenschmerzen welche mit Dullix-Massagen und harten Medis bekämpft werden müssen. Das erste Mal, dass ich mich wirklich wie ein alter Mann - ü30iger;) - fühle...



Von Kibuye fuhren wir - also Caro, ich habe ihr - angesichts meines Rückens mal gerne - das Steuer überlassen - bis an die tanzanische Grenze weil wir keine anständige Übernachtungsmöglichkeit finden. Kurz vor Ladenschluss (18.00 Uhr tansanische Zeitrechnung - 8-ung dies ist plus 1h ggü Ruanda!) - nach langwierigen Preisverhandlungen mit den tansanischen Zöllnern (die wollten anfangs echt viel Kohle für die Road-Tax weil sie meinten wir seien mit einem Truck unterwegs) öffnen sie die Barriere. Habe schon daran gedacht, dass dies der erste Korruptionsversuch unserer Reise sei. Dem war aber nicht so. Als sie unser kleines gelbes Büssli gesehen haben stellten sie uns offizielles Formular für USD 25.00 aus (gültig 1 Monat).



Kurz vor der tansanischen Grenze macht sich übrigens unsere Bremse lautstark bemerkbar, die Bremsscheibe hat plötzlich so komische Rillen. Nicht gut, gar nicht gut. Vorallem weil es extrem hügelig ist hier;)...



Richard - der Dolmetscher des Fahrers eines haltenden Minibuses - meint, dass ca 3-5km nach der Grenze eine Werkstätte sei welche unser Problem sicher beheben könne. Aus den 3-5 Kilometer werden etwa 300-500 bevor wir quitschend und immer "motorbremsend" in Mwanza - der zweitgrössten Stadt in Tanzania ankommen. Hier finden wir eine gute Werkstätte welche sich tags darauf unserem fahrbaren Untersatz annimmt. Zwischenzeitlich haben wir uns noch kurz mit Jürg - unserem CH-Mechaniker - betreffend der zu erwartenden Preise abgesprochen (Wollen uns von den Chinesen welche die Garage betreiben ja nicht übers Ohr hauen lassen).



Das eintägige - 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr - Beauty-Programm für unseren Elk beinhaltet...



  • Ölwechsel

  • Nippel schmieren

  • Bremsbeläge erneuern (der eine war wirklich bis aufs blanke Metall runtergeschliffen)

  • 4 Kugelgelenke der vorderen Radaufhängungen ersetzen

Eine passende Bremsscheibe konnten die Chinesen leider nicht auftreiben.



Wenn man davon absieht, dass wir nun zwei baugleiche untere Kugelgelenke in unserem Büssli haben und so auf der einen Seite nicht mehr an den Schmiernippel kommen, sind die 450 Fränkli gut investiertes Geld. Die drei Mechs welche sich um unser Büssli gekümmert haben leisteten super Arbeit (glauben wir nach zumindest nach 150km zurück gelegter Strecke;)). Endlich sind wir das Gequitsche - welches uns seit Syrien begleitet - los. Es waren also wirklich die Kugelgelenke die diesen hässlichen Lärm verursachten (das hat uns ja schon der Typ vom Blue Nile Sailing Club in Khartoum gesagt).



Entspannt fahren wir - die Lautstärke der Musik angenehm runtergedreht (brauchen ja nun keine Störgeräusche mehr zu übertönen ;)) die Ostküste des Lake Victoria entlang Richtung Kenia und übernachten am Westende des Serengeti-Nationalparks. Nur 10 km lang ist der "Westzipfel" des Serengeti-NP welcher hier an den Lake Victoria grenzt. Obwohl eigentlich die Büffelherden zZt im Osten des Parks grasen, sehen wir von der Hauptstrasse aus neben Zebras und Pavianen mehrere Herden des einen Vertreters der Big5. Genial...




Noch genialer ist das "Boarder-Crossing" in den verschiedenen ostafrikanischen Staaten. Ein Single Entry Visum berechtigt während seiner Gültigkeit zu beliebig vielen Grenzübertritten. Gute Organisation, klare Anschriften an den verschiedenen "Posten" und freundliches Personal machen es Reisenden sehr einfach. So auch am Grenzposten Sirari zwischen Tanzania und Kenia. 30 Minuten und "guet isch"... So macht "Boarder-Crossing" echt Spass...



In Kisii - etwa 100km nach der Grenze wollen wir eigentlich übernachten. Wir finden aber keine passende Bleibe und entscheiden uns daher noch ein bisschen weiter Richtung Nairobi zu fahren.



Regenzeit? Jetzt und hier? Komisch, sollte eigentlich noch eher trocken sein. Nun ja, sollte. Für "trocken" ist es gerade extreeeem feucht;)! Es giesst wie aus Kübeln. Bremsen - auch bei trockenen Verhältnissen mit unseren Reifen nicht gerade einfach - ist nun nahezu unmöglich. So "schwimmen" wir weiter bis Narok wo wie auf dem "Narok Member Club Camping" für günstige 200 Shiliinge übernachten bevor wir die letzten Kilometer bis Nairobi, in die "Jungle Junction" unter die Räder nehmen.



Eine geniale - wenn auch ein bisschen kurze - Lake Victoria-Umrundung geht hier zu Ende.



Alles Liebe


Caro und Marcel

Montag, 25. Januar 2010

27.12.2009 - 17.01.2010 Äthiopien

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Vieles haben wir über Äthiopien gehört und gelesen. Es wurde vor Steine werfenden Kindern gewarnt, die aufdringlichen Bettler seien eine wahre Plage hiess es. Man müsse sich vor den vielen Landminen in acht nehmen. Und so weiter und so fort.

Am 27.12. passieren wir bei Gallabat die Grenze zwischen dem Sudan und Äthiopien. Okay, dieser Grenzposten ist wirklich nicht der am besten organisierte den wir je gesehen haben. Nach drei Stunden Haus - respektive Hütten - hopping sind unsere Namen, mitsamt allen anderen wichtigen Daten, im dicken äthiopischen "Zollbuch" eingetragen. Bei der ersten Möglichkeit halten wir an und tränken unsere, nach kühlem Bier dürstenden Kehlen. Eine Wohltat...

Kurz darauf schlagen wir uns in die Büsche - sollte man eigentlich tunlichst vermeiden - weil viele nervenden Kinder überall. Wir tun es trotzdem und finden für unsere Büssli und den Ländy von Armand und Martene ein nettes Plätzchen für unser erstes Bushcamp in Äthiopien.

Kurze Zeit sind sie da, die Kinder...

... sie stören aber nicht im Geringsten und lassen sich auch ziemlich einfach ablenken. Duschen und weitere "Geschäfte" lassen sich so einfach erledigen. Einzige Bedingung ist, dass man mindestens zu zweit unterwegs ist. Alleine wird die Ablenkungstaktik wohl eher schwierig;)...

Als unser "Schweizer-Photi-Büechli", die Karten und Reiseführer eingehend begutachtet worden sind und es eindunkelt verabschieden sich die Kinder.

 

Die Fahrt nach Gondar ist vor allem für unsere Augen eine Wohltat. Haben wir doch seit Syrien meist nur eine Farbe - sandgelb - gesehen, fahren wir nun durch eine immer grüner werdende Landschaft. In Gondar angekommen müssen wir feststellen, dass in unserer geplanten Unterkunft (Belegez Hotel) kein Platz mehr für uns ist. Wir werden ins Terara Hotel geführt. Dort verbringen wir eine Nacht, die anderen "Besucher" - immer paarweise - nur eine Stunde. Wieso auch immer;)....

 

Wir besuchen den "Gemp" und lassen uns die "Dasheen-Bierbrauerei" zeigen bevor wir weiter an den Tanasee fahren. Im "Tim&Kim-Village" in Gorgora (sehr empfehlenswert) bleiben wir eine Weile und stossen mit einigen anderen Travellern auf ein gutes, neues Jahr an. Über Bahir Dar - wo wir zwei Nächte bleiben und unsere Vorräte aufstocken - fahren wir weiter Richtung Lalibela. Dort kommen wir das erste Mal mit der chinesischen "Strassenbau-Kunst" in Berührung. Warum die äthiopischen Strassenarbeiter (unter Anleitung der - stets strohhut- und sonnenbrillentragenden - Chinesen) nicht einen Strassenabschnitt nach dem anderen asphaltieren, sondern überall und immer ein bisschen am "werkeln" sind, entzieht sich unserer Kenntnis. So schlängeln wir uns von einer Umleitung zur nächsten. Die Busse berühren nur ab und zu den schwarz glänzenden, seidenfeinen Teer.

 

Pünktlich zur äthiopischen Weihnachstfeier - jeweils am 7.1.in unserer Zeitrechnung - treffen wir in Lalibela ein. Tausende, abertausende Pilger, eine "Kirchenlieder"-Dauerbeschallung die alle Muezine, welche wir auf unserer Reise bisher gehört haben, bei weitem übertreffen. Ein Gaudi...

 

Auf der Weiterfahrt Richtung Dessie - zeitweise auf mehr als 3300 Meter über Meer - fahren wir durch eine eindrückliche, regenwaldartige, Landschaft. Dort angekommen wollen uns die Betreiber eines staatlichen Hotels nicht in unseren Bussen übernachten lassen obwohl wir uns bereit erklären zwei Zimmer zu bezahlen. Okay, wir checken ein, bezahlen und...

 

... schlafen in unseren Bussen;).

 

In Addis Abeba angekommen - nach einer weiteren Nacht Bushcamping (wurden von einem Kalaschnikov tragenden Mann geweckt, welcher mit uns Kaffee und eine Zigarette teilte) - treffen wir ein weiteres Mal auf "altbekannte" Traveller. Afrika ist klein... Addis ist super, wir essen im "Cottage" (Restaurant mit schweizer Küche) Wurst-Käsesalat, Zürigschnätzlez mit Röschti und weitere leckere Dinge aus der Heimat, holen uns das Kenia-Visum (welches es scheinbar nicht mehr an der Grenze geben soll = wir haben an der kenianischen Grenze nicht nachgefragt und können daher keine aktuelle Info geben. Sorry.), reinigen die Motoren unserer Busse und lassen "Walters" Heckträger moyale-marsabit-tauglich schweissen. "Wim's Holland House" ist echt ein guter Platz in Addis. Leckeres Essen, gutes Bier und faire Preise lassen uns dort 4 Nächte bleiben.

 

Am Lake Langano spannen wir das erste Mal auf unserer Reise die Hängematten, geniessen den wunderschönen Platz, werden zu Laien-Ornitologen und zu Voyeuren als sich eine südafrikanisch/australische Fahrgemeinschaft, welche erst im Dunkeln ankommt, mit mal so eben tüchtig im Sandstrand einbuddelt. Schadenfreude ist eben doch die schönste Freude;)...

Zwei Tage später -am 17.1. einem Sonntag - erreichen wir Moyale. Die Grenze zu Kenia. Hier musste zumindest ich mich das erste und einzige Mal in Äthiopien ein bisschen nerven. Die Grenze ist offen, die Pässe kriegt man aber erst nach einer ausgiebigen Mittagspause der Beamten (11 bis 15 Uhr) ausgestempelt. Einen Zöllner sucht man aber vergebens. "Studenten" bieten ihre Dienste an und bringen einem - gegen Bezahlung natürlich - zum Zöllner der einem dann die Zolldeklaration fürs Auto abnimmt. Ein kleiner Tipp für Traveller mit eigenem Fahrzeug: Das Carnet braucht es für Äthiopien nicht. Also beim Grenzübergang gar nicht erst einstempeln lassen. Dieses kriegt man offenbar auch mit Bezahlung an einem Sonntag nicht ausgestempelt. Noch einfacher ist es natürlich wenn man zwischen Montag und Freitag ausreist;)....

Unser Fazit: Einundzwanzig Tage, viel länger als wir erwartet haben, waren wir in Äthiopien. Jeder Tag war es wert...

Alles Liebe und you you you...

Caro und Marcel

PS: Unser Bussli hat ausser einem "Eselschiss" nichts abbekommen. Ob es einfach nur Glück war oder weil wir bei "Kindersichtung" immer präventiv gewinkt haben und sie mit Steinen in den Händen schlecht zurück winken konnten. Wir wissen es nicht...

Dienstag, 29. Dezember 2009

14.12. - 27.12.2009 Sudan

Am 14.12. pünktlich um 08.30 Uhr sind wir am Hafen von Assuan um uns - wie von Herrn Saleh empfohlen - einen der raren Deckplätze auf der Fähre nach Wadi Halfa zu sichern. Nach kurzem Warten durften die wenigen Touristen - also auch wir - um etwa 10 Uhr die Fähre in Beschlag nehmen. Wir richten es uns gemütlich ein und harren der Dinge... Wir harren und harren...

... bis die Fähre - inzwischen zum Bersten voll - um 18 Uhr ablegt;). Unsere Plätze müssen wir nur zweimal kurz verlassen. Das erste Mal um den Betenden Platz für das Abendgebet zu machen, das zweite Mal um uns das Nachtessen zu holen. In den acht Stunden Wartezeit im Hafen von Assuan haben wir gesehen, dass kistenweise gegrillte Pouletschenkel eingeladen wurden. Wir freuten uns also auf Chicken und waren alsbald ein wenig enttäuscht als wir in unseren Gefängnis-Fressnäpfen "nur" eine Portion Foul geklatscht kriegten;).

Begleitet von vielen "Ahhs" und "Ohhs" - Caro's waren die lautesten ;) - genossen wir die unzähligen, extrem langen Sternschnuppen des "Geminiden-Meteoriten-Sturms" (einer dieser Meteoren schlug ein paar Tage vorher auf der "Eisenbahnroute" zwischen Wadi Halfa und Khartoum ein). Ein echt atemberaubendes Schauspiel...

Ziemlich ausgeruht erreichen wir am 15. Dezember Wadi Halfa. Die Zollkontrolle ging sehr zügig von statten. Herr Maghdi - das Pendant von Herrn Saleh in Assuan (auch an ihm führt kein Weg vorbei will man mit dem eigenen Fahrzeug in den Sudan einreisen) - beschleunigt das Prozedere und setzt uns auch gleich - ungefragt natürlich ;) - im Nile Hotel ab (Wird wohl das Hotel eines Cousins/Onkel/Bruder etc. gewesen sein). Uns wird Hoffnung gemacht, dass die Autos schon am nächsten Tag ankommen sollen. Wir wollen es nicht so recht glauben und haben Recht damit.

Es wird "Übermorgen". Kein Problem, in der Zwischenzeit testen wir uns durch die Gerichte der umliegenden Restaurants, ich lasse mir die Haare wieder einmal schneiden, wir versuchen alle Tees und Kaffees der "Teefrauen", geniessen die frittierten Teigballen (Miniberliner, leider ohne Füllung;)) und vertreiben uns die Zeit lesend und quatschend.

Am 17. Dezember kommen dann die Autos mit dem Ponton an. Vor lauter Freude schliesse ich nach getaner Entladearbeit die Fahrzeugschlüssel im Elk ein. Kein Problem. Achim braucht nur drei Dinge um den Elk zu öffnen. Einen Schraubenzieher, ein Stück Draht und ein Geschirrtuch (dieses braucht er aber auch nur um den wunderschönen, gelben Lack nicht zu beschädigen. Wo er diese Fertigkeiten her hat...

... I don't care;).

Noch pragmatischer geht da "Lupo" ans Werk. Er fragt im breiten Innerschweizer Dialekt "Marcel, chunsch du übr d'Heckklappe au in Charre?" Okay, ich hab mich voll zum Affen gemacht...

... und in Assuan offensichtlich nur 4 der 5 Schlösser geschlossen;). Also, vielen Dank Achim und "Lupo";)!

Wir bleiben noch eine Nacht in Wadi Halfa. Schlafen aber nicht mehr im Nile Hotel sondern wieder in unseren "vier Wänden". Am nächsten Morgen fahren wir - Caro sitzt seit Langem wieder einmal am Steuer da ich mich gerade extrem unpässlich gefühlt habe. Wird wohl am nicht ganz durchgebratenem Köfte des Vorabends gelegen haben;)... - am Nil entlang Richtung Dongola und übernachten bei einer Tankstelle. Uns fällt auf, dass die Sudanesen ausnahmslos freundlich, zuvorkommend und darauf bedacht sind die in unserem Kulturkreis eher negative Meinung über ihr Heimatland zu korrigieren. Wir geniessen das Gefühl nicht bei jedem Einkauf übers Ohr gehauen zu werden.

Wie "Captain Ballantyne" im Roman "Der Stolz der Nubier" von Wilbur Smith kürzen wir die Schlange (der Nil beschreibt in diesem Teil des Sudans ein S) ab und fahren durch die Wüste über Jebel Barkal (heiliger Berg) zu den Pyramiden von Meroe. Dort finden wir einen weiteren wunderschönen Übernachtungsplatz mit einer eigenen "Hausdüne" von welcher man einen gigantischen Blick auf die Grabmäler der nubischen Pharaonen der 25.Dynastie hatte.
Khartoum ist nicht mehr weit, wir haben Zeit und östlich von uns liegt ein grosser Sandkasten mit weiteren Sehenswürdigkeiten des Sudans. Musahwarat mit dem "Lions Temple" sowie Naqa. Der "Lions Temple" war echt sehenswert. Zu Naqa kann ich leider nichts sagen. "Walter" hatte genug "gesändelt" für einen Tag und verweigerte sich vor einem Wadi voller Weichsand;). Macht nichts, mit Buddeln und Stossen kommen wir rückwärts wieder raus und geniessen einen weiteren Sonnenuntergang sowie einen sagenhaften Sternenhimmel beim "Wildcampen" im Sudan.

Am 22.12. kommen wir in Khartoum an und machen es uns im "Blue Nile Sailing Club" gemütlich. Direkt am blauen Nil gelegen, genossen wir das stetige Lüftchen im Schatten der Bäume. Schatten hatten wir auch echt nötig. Temperaturen knapp unter 40° Celsius ein paar Tage vor Weihnachten. Am nächsten Tag trudeln auch noch die Franzosen ein. Martene und Armand bleiben, Eric und seine Familie suchen sich eine günstigere Bleibe.

Wir besuchen das Grab des Mahdi und das Haus des Kalifen in Omdurman. Im Haus des Kalifen wurde ein kleines, aber feines, Museum eingerichtet welches die Belagerung Khartoums durch die Truppen des Mahdis Ende des 18. Jahrhunderts zum Thema hat. Hier merken wir zum zweiten Mal, dass Wilbur Smith seine Romane sehr gut recherchiert. Finden wir doch den Namen "Ballantyne" und weitere, verblüffende Übereinstimmungen wieder...
Den Abend des 24. Dezember verbringen wir bei einem leckeren - aus der Schweiz mitgebrachten - Fondue. Im Hintergrund dröhnen die immer gleichen Weihnachtslieder aus den Lautsprechern der nahen römisch-katholischen Kirche. Uns soll es egal sein;)...
Geschenke gab es dieses Jahr nur für den Elk. Er bekam in Khartoum das volle Beauty-Programm Es wurden die mitgeführten neuen Dämpfer eingebaut, das Öl gewechselt und die Nippel geschmiert;)...

Immer am Freitag veranstalten die Mitglieder des "Blue Nile Sailing Club" eine Regatte. Auch heute suchten sie unter den anwesenden Reisenden Crewmitglieder. So kommen wir in den Genuss eines fast 4-stündingen Segeltörns auf dem blauen Nil. Vielen Dank! Caro, Sabrina und Gianni haben sich dann noch mit Martene die tanzenden Derwische beim Grab des Hamed al-Nil angeschaut.

Am Abend erfahren wir ein weiteres Mal die Gastfreundschaft der Sudanesen. Wir werden zum Nachtessen eingeladen. Das Lamm - das einige Stunden vorher, zur Feier der Anschaffung neuer Segelboote, gleich hinter unserem Bus geschlachtet wurde - schmeckte vorzüglich. Zur Krönung dieses Abends fand noch eine Flasche gegorenen Traubensaft den Weg zu uns. Wie dies geschehen ist, darf ich aus Diskretionsgründen hier nicht erwähnen. Es hat uns aber nur ein Gläsli "Kirsch" gekostet;)...
Wir wollen die Gastfreundschaft der Clubmitglieder nicht überbeanspruchen (auch am Samstag wird wieder ein Lamm geschlachtet - dieses Mal weil man neue Jet-Skis angeschafft hat. No joke;)!). Wir wurden wieder eingeladen - das Lamm würde auch bestimmt anders zubereitet...
Trotzdem...

... wir verlassen Khartoum und fahren Richtung äthiopische Grenze. campieren noch einmal unter den Sternen des Sudans.

Fazit zum Sudan. Wir haben die Zeit in diesem Land sehr genossen. Haben keine schlechten Erfahrungen gemacht (ausser, dass wir uns beim Service des Elk's wohl doch übers Ohr hauen haben lassen. Anfängerfehler;)). Sind ausnahmslos hilfsbereiten, gastfreundlichen Menschen begegnet. Wir wissen aber auch, dass wir nur einen sehr kleinen Teil des Sudans gesehen haben. Alles südlich - vorallem südwestlich von Khartoum haben wir bewusst ausgelassen.

Alles Liebe
Caro und Marcel - die sich auf das mildere Klima in Äthiopien freuen;)!

PS: Die Bilder folgen...
... das Internet-Cafe in Gondar ist uns ein wenig zu gemuetlich;)!

Donnerstag, 10. Dezember 2009

13.11. - 14.12.2009 Ägypten

Die Ägypter habe sie erfunden, die Bürokratie. Ganz bestimmt... Das erste Mal in Berührung kamen wir damit bereits auf der Fähre. Entgegen anders lautenden Informationen bekommt man das Visum für Ägypten nicht mehr bereits auf der Fähre. Dafür wird einem der Pass abgenommen und man kriegt einen - unseren ersten beim Einreiseprozedere - Zettel in die Hand gedrückt.

Im Hafen von Nuveiba ging die Zetteljagd munter weiter. Wir wurden von Schalter zu Schalter geschickt, machten haufenweise Kopien und drückten das eine oder andere Pfund ab. Bürokratie ist halt teuer. Wir werden es im Laufe der Reise durch Ägypten noch ein weiteres Mal erleben. Zweieinhalb Stunden - und gefühlte fünf zu Papier verarbeiteten Bäumen später - sind wir durch. Wir haben Afrika erreicht (obwohl die Sinai-Halbinsel ja noch nicht zum afrikanischen Kontinent gezählt werden darf).

In Dahab verbringen wir im Marin Garden Camp 4 relaxte Tage und Nächte. Geniessen die saubere Unterkunft, Bedouinen-Food, leckere Mangos und die Annehmlichkeiten eines touristischen Ortes. Auf dem Weg nach Ras Mohammed - dem Nationalpark am südlichen Ende der Sinai - machen wir Halt in Naqb (Sharm el Sheik). Wir besuchen meine (Marcel) Eltern die dort eine Woche Urlaub machen. Im Tropicana Sea Beach Resort geniessen wir die vollen Buffets in noch volleren Zügen. Vergnügen uns am Pool und plaudern über Erlebtes und Geplantes. Mueti und Vati, märci villmal;)!

Als wir das Hotelgelände verlassen wartet Adam - der Parfümverkäufer - schon sehnsüchtig auf uns. Ich habe ihm am Vorabend hoch und heilig versprochen - ein Mann ein Wort - dass wir mit ihm einen Tee trinken. Er versucht uns - kurz nachdem unsere Teegläser geleert sind - seine Essenzen zu verkaufen. Ich erinnere ihn daran, dass ich ihm gestern auch versprochen habe, dass er mit uns keine Geschäfte machen wird. Ich zitiere seinen Lieblingssatz - "ein Mann ein Wort" - ein weiteres Mal und das Thema ist erledigt;)...

 

Ras Mohammed ist wunderbar, das totale Kontrastprogramm zu Sharm. Wir tauschen Luxustoilette gegen Knebel-WC, Morgenbuffet gegen trockenes Fladenbrot. Nur die landenden Flugzeuge erinnern uns ab und zu, dass wir immer noch in der Nähe von Sharm sind. Wir schnorcheln im fischreichen, wunderbar klaren Wasser, lesen und geniessen die Sonne.

Auf der Fahrt nach Cairo machen wir in Ras al Sudr einen Stopp. Dort waschen wir unsere Busse nach sechs Wochen ein erstes Mal. Sie hatten es definitiv nötig. Ebenso nötig haben wir Gas. Haben wir doch nicht wie gedacht zwei fast volle sondern eben eine halbvolle (nun leere) und eine leere Gasflasche spazieren gefahren. Anfängerfehler...;)!

Die Fahrt nach Cairo war äusserst spannend. Wir liessen uns auf der Ringroad - eigentlich 3spurig aber ohne Probleme auf 5 Spuren ausbaubar - von links und rechts (gleichzeitig) überholen, verfahren uns auf der Suche nach einem Camping den es gar nicht mehr gibt in den engen Gassen, finden auf dem Weg zum nächsten Camping die Auffahrt auf die Ringroad nicht und machen eine Schlaufe (nume es Stündli Fahrt;)!) durch die Kleefelder Cairos, werden von einem Gemüsehändler abgezockt bis wir endlich im Salma Camp ankommen. 

In Cairo bleiben wir acht Nächte. Wir beschaffen uns die Visa für den Sudan und für Äthiopien, lassen unser Gas auffüllen, bekommen gute Tipps von Travellern. Danke Johanna und Anselm für die Gasflasche (mit drei vollen machen wir es sicher bis SA), danke Lutz für den leckeren Latte Machiato (wir freuen uns auf den Nächsten;)). Natürlich besuchen wir auch das ägyptische Museum und die Pyramiden von Giseh. Ah ja, bevor ich es vergesse...

... in diesen acht Tagen macht Gianni eine AA/OB (akute anale/orale Bulemie) durch. Der "Pfiffmaster-Orden" hat also einen neuen Träger.

 

Bevor wir Cairo Richtung weisse Wüste verlassen füllen wir unsere Vorräte im Carrefour. In Bawiti machen wir den ersten Halt. Wir übernachten im "Ahmeds Place" etwas ausserhalb. In Bawiti wollen wir auch unseren ägyptischen Fahrausweis verlängern. Dieser gilt nämlich nur bis zum 12.Dezember und unsere Fähre fährt erst am 14ten. Eine Überschreitung zieht eine saftige Busse (300USD) nach sich. Leider bekommen wir in Bawiti die Info, dass sich die Fahrerlaubnis nur in Cairo beim "Car Custom Office Koord: xxxxxx) verlängern lässt. Wir stehen vor der Frage nach Assuan fahren und eine Busse riskieren oder 370km zurück nach Cairo um die Papiere zu verlängern.

Wir fahren zurück nach Cairo um den Papierkram zu erledigen. Am nächsten Morgen stehen wir pünktlich um 9 Uhr vor dem Car Custom Gebäude. Was wir in den nächsten fünf Stunden durchmachen, toppt alle Grenzübergänge, die wir bisher erlebt haben. Fünf Stunden - also doppelt so lange wie wir für den regulären Grenzübertritt benötigten - dauert das Prozedere....

... gekostet hat es - neben Nerven - ratet mal...

genau 300USD;)! Egal, wir reden uns ein, dass der Ärger in Assuan grösser gewesen wäre und kehren Cairo endgültig den Rücken/das Heck zu.

Die nächsten Tage fahren wir durch die verschiedenen Oasen der Western Desert, baden in den heissen Quellen von Farafra, geniessen die "Fast-Vollmond-Nächte" in der weissen Wüste, lassen und von Ebeyda - dem Beduinen-Touri-Guide - zum Tee einladen, geniessen ein reichhaltiges Beduinen-Nachtessen in unserem Camp in El Qasr überholen auf der Fahrt nach Kharga Pascal - den nach Südafrika radelnden Schweizer, tauschen unser Zelt gegen sein defektes, treffen Oli und Alex (die deutschen Mopedfahrer, die wir in Cairo kennen gelernt haben) wieder und fahren gemeinsam Richtung Assuan. Hier verbringen wir nun die letzten Tage vor der Verschiffung nach Wadi Halfa - Sudan.

Wir wünschen euch allen eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins 2010!

Alles Liebe

Caro und Marcel